Das Werk
Malerei, Skulptur und Schmuck
„Ein Bildhauer, der malt“
Ronald Edward Johnson arbeitete in drei Werkgruppen: Er malte, er schuf Skulpturen aus Stein und Holz, und nach seiner Lehre zum Goldschmied (1992 bis 1995) fertigte er Schmuck. Sich selbst sah er als „Bildhauer, der malt“; unter diesem Titel porträtierte ihn die Main-Post 2010.
Der Ausstellungstext der Fürther Kunst-Begegnungen 2003 stellte beides gegenüber: Die Skulpturen zeigten „große Disziplin und äußerste Präzision“, seine Bilder „scheinen … förmlich zu explodieren“.
„Beim Bildhauen arbeitest du mit einem Objekt, das ist real. Beim Malen hast du die Leinwand, und die ist nur Symbol für ein Objekt.“
Malerei
Acryl und Mischtechnik auf Leinwand, auf strukturiertem, teils reliefartigem Grund; daneben Hinterglasmalerei. Geschüttete und gespachtelte Bilder, Farbfelder, Reliefs in Gold und Bronze, dunkle Nachtstücke. Erwähnt ist 2002 außerdem eine Serie von „Brücken‑Bildern“.
Marmorstaub, Farbtube, Malmesser
Zuerst gab er der Leinwand einen Körper, eine Struktur, auf die er die Farbe setzte; nach einem Galerietext spachtelte er dafür Marmorstaub mit Bindemittel auf. Über einen leuchtend roten, blauen oder gelben Grund ließ er Linien direkt aus der Farbtube wuchern, in Schlingen, Rinnsalen und Schlaufen. War alles getrocknet, schliff er das Bild mit dem Malmesser ab und arbeitete einzelne Linien mit dem Pinsel nach.
Nach einem Galerietext, der Main-Post (2011) und der Kunsthistorikerin Eva-Suzanne Bayer (2003).
Originale aus dem Nachlass
Ron the Dipper!
um 1980 (lt. Angebot) · Mischtechnik auf Leinwand · ca. 19 × 72,7 cm
Super Blue Circle Earth
1990 (lt. Angebot) · Mischtechnik, pastos auf Leinwand · ca. 49 × 49 cm, Kreis ca. 41,8 cm
Red Face Person
1990 (lt. Angebot) · Mischtechnik, pastos auf Leinwand · ca. 73,5 × 104 cm
Impasto
um 1980 (lt. Angebot) · Collage und Mischtechnik · mind. ca. 17,5 × 19,5 cm
Goldrelief und Nachtstücke
Ohne Titel
Arbeitstitel: Goldrelief
Mischtechnik, Relief
Ohne Titel
Arbeitstitel: Nachtstück mit Mond
Ohne Titel
Arbeitstitel: Nachtstadt
In Ausstellungen
Ohne Titel
Arbeitstitel: Farbflächen
Ausstellungsansicht, Foto aus dem Nachlass (undatiert)
Ohne Titel
Arbeitstitel: Nachtblau
Ausstellungsansicht mit Marmorskulptur, Foto aus dem Nachlass (undatiert)
Viele seiner Werke tragen keinen Titel, denn „der Titel steht im Weg“. Arbeitstitel beschreiben das Bild; sie sind keine Originaltitel.
Skulptur
Carrara-Marmor, Kalkstein und Holz: Linde, Mahagoni, Pappel. Weiche Körperformen, die an Henry Moore erinnern, Yin-Yang-Formen mit scharfen Graten und Durchbrüchen, aus groben Steinquadern gearbeitete Dreiecksflächen. Die Oberflächen sind glatt und fein poliert.
Johnson gab 1956 an, an der Indiana University bei dem Bildhauer Robert Laurent studiert zu haben; dort sei sein Interesse am Holz geweckt worden.
Quelle: Baltimore Afro-American, 28. April 1956
Zwischen 2005 und 2007 nahm er an drei Bildhauersymposien teil, in Tauberbischofsheim, Würzburg und Ostheim vor der Rhön. Alle Ausstellungen und Symposien
Skulpturen aus dem Nachlass
Ohne Titel
2005
Stadtgraben Tauberbischofsheim, gestiftet vom Rotary Club; vom Bildhauersymposium 2005
Abstrakte Skulptur
Marmor, hell, auf dunklem Sockel · Höhe 38 cm
Aufbau einer Marmorskulptur im Hof von Schloss Burgfarrnbach, Fürth 2003
Schmuck
Schmuck gehörte früh zu seiner Arbeit: In seiner Einzelausstellung am Aberdeen Proving Ground 1956 zeigte er neben Plastik und Malerei auch Schmuck, und zwischen 1976 und 1985 im „Haus des Gastes“ in Hofheim an einem Abend Bilder, Schmuck und Holzplastiken.
Von 1992 bis 1995 machte er bei einem Schweinfurter Goldschmiedemeister eine Lehre zum Goldschmied (Main-Post, 30. Oktober 2002). Seitdem fertigte er Schmuck in organischen Formen, den er 2002 in seinem Atelier in einer eigenen Vitrine zeigte.
Die Signatur
Seine Bilder signierte er meist nur mit „Johnson“, in der Regel unten rechts, bei einzelnen Werken unten links. Viele Werke tragen statt eines Titels nur eine Nummer.













